Arbeiten mit Heimvorteil

Die Corona-Pandemie hat viele Unternehmen dazu bewegt bzw. sogar gezwungen, einen Großteil ihrer Arbeit auf Home-Office zu.

Mit multifunktionalen Möbeln lassen sich kleine Arbeitsbereiche einrichten und in den Wohnraum integrieren.

Home-Office und mobiles Arbeiten: Tischler geben Tipps, worauf man im Büro in den eigenen vier Wänden achten sollte

Der erste Lockdown im Frühjahr und die folgenden Monate der Corona-Pandemie haben gezeigt: In vielen Berufen – insbesondere bei Bürotätigkeiten – muss die Arbeit nicht zwingend in der Firma erledigt werden, sondern kann auch zuhause oder an anderen Stellen erfolgen. Die Entwicklungen in den Bereichen Home-Office und mobiles Arbeiten haben sich im vergangenen halben Jahr enorm beschleunigt. Dieser Trend wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit fortsetzen, denn viele Firmen überlegen bereits jetzt, wie sie die Arbeit verlagern und Bürokapazitäten abbauen können.

Um aber auch in den eigenen vier Wänden effektiv arbeiten zu können, sollte der Arbeitsplatz zuhause entsprechend gestaltet und eingerichtet sein. „Den Küchentisch oder das Sofa als Arbeitsbereich zu nutzen, kann als Notlösung kurzfristig funktionieren – auf Dauer sollte man aber auf Ergonomie achten und den Arbeitsplatz so anlegen, dass man ungestört tätig sein kann“, sagt Klaus Reuter, Obermeister der Tischler-Innung Westfalen-Süd. Ein ruhiger Bereich ist beispielsweise vor allem für diejenigen wichtig, die regelmäßig an Videokonferen-zen teilnehmen.

Mit der richtigen Planung muss man beim Arbeiten daheim auf keine Annehmlichkeiten verzichten. Im Gegenteil: Ein individuell eingerichteter Arbeitsplatz lässt sich auf die persönlichen Bedürfnisse und Anforderungen zuschneiden – von der geschickten Integration der Technik bis hin zu Ablageflächen und Stauraum für Unterlagen.

Sitzen – stehen – bewegen

Wer sich an seinem Arbeitsplatz wohlfühlt, dem geht die Arbeit viel leichter von der Hand. Ergonomie spielt dabei eine zentrale Rolle. „Früher galt, dass aufrechtes Sitzen am besten für den Rücken sei. Das ist mittlerweile überholt“, betont Klaus Reuter. „Wer seinen Rücken schonen möchte, sollte sich regelmäßig bewegen.“ Als Faustregel gilt: Besonders günstig für den Rücken ist ein regelmäßiger Wechsel zwischen Sitzen (60 Prozent), Stehen (30 Prozent) und Bewegung (10 Prozent). „Ideal ist es daher, einen zusätzlichen Steharbeitsplatz einzurichten“, sagt der Obermeister. „Das geht beispielsweise mit einem stufenlos höhenverstellbaren Arbeitstisch, einem Aufsatzmodul für die Arbeitsplatte oder einem Stehpult.“

Mehr Raum für Kreativität

Wichtig ist ein großzügiger Stauraum, um Platzreserven für Unterlagen und Utensilien zu haben. „Besonders auf kleinem Raum sind Schränke auf Rollen praktisch“, erklärt Klaus Reuter. „Während der Arbeit sind sie als Raumteiler oder als zusätzliche Ablagefläche nutzbar. Nach Gebrauch können sie – je nach Höhe – raumsparend unter den Schreibtisch oder in eine Ecke des Raumes geschoben werden.“ Unsichtbare Kabelkanäle im Tisch verhindern ein Kabelgewirr. Der Bildschirm und Ablagen lassen sich zudem in einem heraus fahrbaren Regal unterbringen.

Bei der Planung des Arbeitsplatzes spielen zudem die Akustik und die Beleuchtung eine wichtige Rolle. Mit speziellen, schallabsorbierenden Elementen lassen sich ruhige Ecken schaffen. In Sachen Licht, so der Obermeister, komme es vor allem darauf an, dass der Arbeitsbereich gut beleuchtet ist, sich aber gleichzeitig sowohl Tages- als auch künstliches Licht nicht in Bildschirmen spiegelt.

 

Text: Innung

Bilder:

major tom agency /Hettich